Den Nazis das Trauern beibringen! http://blockierenmagdeburg.blogsport.de Wed, 25 Jan 2012 15:59:50 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Antirepressions-konzert http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/25/antirepressions-konzert/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/25/antirepressions-konzert/#comments Wed, 25 Jan 2012 15:59:50 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/25/antirepressions-konzert/ Am 22.02. findet im Zenit (Stendal) ein Antirepressionskonzert statt, das eingenommene Geld fließt in die Arbeit gegen den Naziaufmarsch am 14. Januar in Magdeburg und soll den menschen zu gute kommen die am Tag selber von Repression betroffen waren und noch sind.
Punkrock-soli-konzert
Zenit (Stendal) // 22.02.2012
Einlass: 20:00 UHR // Beginn: 21.00 UHR // Eintritt 5€
Es spielen Atrophy, Blutiger Osten und Banal.

zenitkonzert

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Auswertung der Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch am 14. Januar 2012 http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/15/auswertung-der-aktivitaeten-gegen-den-nazaufmarsch-am-14-januar-2012/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/15/auswertung-der-aktivitaeten-gegen-den-nazaufmarsch-am-14-januar-2012/#comments Sun, 15 Jan 2012 21:54:23 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/15/auswertung-der-aktivitaeten-gegen-den-nazaufmarsch-am-14-januar-2012/ // Antirassistische Vorabenddemo // Dynamischer Antifa-Aktionstag // 1200 Nazis marschieren // mehrere Sitzblockaden verzögern den Aufmarsch // 700 bis 1000 Menschen beteiligen sich an Blockadeversuchen // 25 Ingewahrsamnahmen // Nazis mit Pyrotechnik & Steinen angegriffen //Antifasponti durch die Innenstadt // Nach den Protesten: massiver Polizeieinsatz gegen den Infoladen in der Puschkinstraße bis in die Morgenstunden //

Nach einem turbolenten Wochenende wollen wir eine erste Auswertung wagen. Zuerst ein dickes Dankeschön an alle angereisten Antifaschist_innen welche mit uns die Nazis blockiert und gestört haben: ihr wart klasse! Unser Dank gilt sowohl den befreundeten Gruppen und Strukturen aus anderen Städten, die uns bei der Organisierung der Proteste unterstützt haben, als auch den Fotograph_innen und Filmpiraten vor Ort. Unserer Sicht nach hat der Aufmarsch dieses Jahr die überregionale Aufmerksamkeit bekommen, die bei 1200 Neonazis angebracht ist.
 
Vorabenddemo: „Gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus. In Gedenken an Oury Jalloh.“
Das Wochenende startete bereits Freitag Abend mit einer lautstarken Vorbanddemo durch die Magdeburger Innenstadt. Gegen 21 Uhr thematisierten 150 Leute mit Flyern & Transpis die Polizeigewaltorgie vom 7. Januar in Dessau und riefen zur Blockade des Naziaufmarsches auf. Die Demo endete mit Pyrotechnik & ohne Bullenstress.
In der Nacht zum Samstag gab es keine nennenswerten Naziaktivitäten.
 
14. Januar: Polizeistadt Magdeburg
Schon am frühen Morgen war abzusehen, dass die Bedingungen für Blockaden und andere Aktionen denkbar schlecht sein würden: zwei Hauptverkehrsstraßen als Aufmarschroute, beidseitig abgesperrt mit Hamburger Gittern und bewacht von etwa 2000 Bullen. Dazu noch Pufferzonen an den meisten Routenabschnitten, sodass zumeist zwei Reihen Gitter und Bullen überwunden werden mussten um auf die Route zu gelangen.
Dennoch gab es eine ganze Reihe erfolgreicher antifaschistischer Interventionen.
 
Blockaden & andere Aktionen
Schon die Auftaktkundgebung der Nazis wurde akkustisch stark gestört: zum einen durch wiederholtes Glockengeläut aus der angrenzenden Kirche, zum anderen durch Sirenen welche in den Bäumen des Nicolaiplatzes versteckt waren. Die Nazis verzichteten auf längere Reden und spielten Wagner in Dauerschleife: Lärm gegen Lärm.

Die antifaschistische Demo von Entschlossen Handeln, welche sich um 10 Uhr am Hauptbahnhof traf, wurde aus taktischen Gründen vor Ort abgesagt. Die anwesenden Leute wurden mit Karten & Infos zu den Blockadetreffpunkten versorgt.
 
Der Naziaufmarsch startete eine Stunde verspätet um 13.30 Uhr. Nach etwa 20 Minuten stand er dann wieder: auf der Route hatten sich drei Sitzblockaden mit jeweils 20 bis 30 Leuten gebildet. Am auffälligsten war die Sitzblockade auf Höhe Neustädter Bahnhof, welche von Menschen in KZ-Häftlingskostümen durchgeführt wurde. Die Aktion hatte eine starke symbolische Wirkmacht gegen den Geschichtsrevisionismus der Nazis.
Ambivalenz des Tages: während Blockaderversuche mit massiver Polizeigewalt zurück geschlagen wurden, konnten Leute, die es auf die Route schafften, dort auch erst mal bleiben.
Die Nazis mussten eine Stunde in ihrer Formation warten.
 
Zwischen 14 und 15 Uhr versuchten immer wieder hunderte Antifaschist_innen die Route zu erreichen und die Sitzblockaden zu unterstützen. Dabei kam es zu dynamischen Aktionen am Nordpark und kleinen Feuern auf dem Unicampus. Die Situation war für die Bullen nicht kontrollierbar, sie wirkten überfordert und unkoordiniert.
 
Nach der Räumung der Sitzblockaden konnten die Nazis weiter laufen. Vor dem Campus Tower am Uniplatz wurde der antifaschistische Protest dann für die Nazis spürbar: Pyrotechnik, Rauchbomben und andere Sachen flogen auf die ersten Reihen des Aufmarsches. Bei denen gab es große Augen und kleinere Verletzungen. Trauernd zogen sie vorüber.

Antifasponti
Nachdem der Aufmarsch gegen 16.30 Uhr seinen Wendepunkt an der Oberfinanzdirektion erreicht hatte und die Nazis zurück zum Neustädter Bahnhof liefen, wurden die Blockaderversuche eingestellt und zu einer unangemeldeten Sponti mobilisiert. Diese führte lautstark und ohne Bullenbegleitung mit 300 Leuten zum Hauptbahnhof und löste sich dort ohne Stress auf.
 
Polizeieinsatz gegen den Infoladen
Nach den Protesten wurden Antifaschist_innen auf ihrem Weg zum Infoladen in der Alexander-Puschkinstraße angegriffen. Nach kurzer aber erheblicher Gegenwehr zogen sich die Leute in den Laden zurück. Was folgte war ein etwa neunstündiger Polizeieinsatz: geschätzte drei Hundertschaften riegelten die Puschkinstraße ab und nahmen letztendlich die Personalien der sich im Haus befindenden Personen auf. Pressemitteilung von Zusammen Kämpfen
Andere Gruppen und Strukturen verhielten sich solidarisch mit den betroffenen Antifaschist_innen. BlockierenMD rief per Twitter auf den Infoladen von außen zu unterstützen, das Libertäre Zentrum sagte das geplante Aftershow-Konzert ab und brachte Solitrantsparente am Haus an.
 
Fazit
Die Teilnehmerzahl des jährlichen „Trauermarsches“ in Magdeburg nimmt konstant zu: der Aufmarsch am Samstag war mit 1200 Nazis der bisher größte seiner Art. Konstante antifaschistische Aktionen konnten den Naziaufmarsch stark stören und das geplante „würdige Gedenken“ vermiesen.
 
Die Zahl der anwesenden Antifaschist_innen ist schwer zu schätzen, da es immer parallel zu einander stattfindende Demos, Kundgebungen und Blockadeversuche gab. Gerade diese Diversität von geplanten und spontanen Aktionen brachte eine Dynamik an den Tag die uns beeindruckt hat: es waren die größten Januarproteste seit 2005. Massenblockaden waren durchaus möglich, wurden jedoch von einem massiven Polizeiaufgebot verhindert.
Die Kommunikationsstruktur hat gut funktioniert und immer wieder Leute für Blockadeversuche zusammengebracht. Für das nächste Mal nehmen wir uns vor, die Infostruktur technisch noch sicherer für alle Beteiligten zu gestalten.

Zuletzt bleibt uns zu sagen, dass alle beteiligten Blockadebündnisse sich auf der Straße solidarisch zu einander verhalten haben. Von „Zusammen Kämpfen“ bis „Nazis? Kannste knicken!“ haben sich alle Gruppen auf ein gemeinsames Ziel konzentriert: die Blockade des Naziaufmarsches. Der 14. Januar stimmt uns optimistisch für zukünftige antifaschistische Großereignisse in Magdeburg.
 
Vielen Dank für den dynamischen Tag – wir sehen uns in Dresden!
 
 
BlockierenMD am 15.01.2012

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Video: Filmpiraten vermitteln erste Eindrücke vom Naziaufmarsch // Auswertung folgt http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/15/video-filmpiraten-vermitteln-erste-eindruecke-vom-naziaufmarsch-auswertung-folgt/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/15/video-filmpiraten-vermitteln-erste-eindruecke-vom-naziaufmarsch-auswertung-folgt/#comments Sun, 15 Jan 2012 01:50:28 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/15/video-filmpiraten-vermitteln-erste-eindruecke-vom-naziaufmarsch-auswertung-folgt/ filmpiraten

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kraftvolle Vorabenddemo // Naziroute mit Hamburger Gittern abgesperrt // folgt dem Twitter // Zugang zur Kundgebung vor der jüdischen Gemeinde über Straßen Richtung Elbe http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/12/updates-vorabenddemo-angemeldet/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/12/updates-vorabenddemo-angemeldet/#comments Thu, 12 Jan 2012 14:09:19 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/12/updates-vorabenddemo-angemeldet/ Am Vorabend zum Naziaufmarsch führten 150 Leute eine lautstarke antirassistische Demo durch die Magdeburger Innenstadt durch. Am Rande wurden Flyer zum Dessauer Übergriff auf die 7. Oury Jalloh Gedenkdemo verteilt und die Mensch aufgerufen, an den Blockaden des Naziaufmarsches teilzunehmen. Die Bullen hielten sich sehr zurück, der größte Teil der eingesetzten Hundertschaften parkte außer Sichtweite. Es gab ein wenig Pyrotechnik und keine Festnahmen.

Die Aufmarschroute der Nazis wurde im Laufe des Abends mit Hamburger Gittern abgesperrt. Wir erwaten dennoch entschlossene Blockaden von allen mobilisierenden Bündnissen.

Der Zugang zur Kundgebung am Neustädter Bahnhof „Jüdisches Leben in Magdeburg bewahren“ wird laut „Kannste knicken!“ nur über „Pfälzer Straße, Hohe Pforte Straße oder andere in Richtung Elbe
liegende Straßen“
möglich sein, d.h. die Kundgebung wird wahrscheinlich von der Innenstadt direkt (z.Bsp. mit der Linie 10) nicht erreichbar sein.

Am Samstag vor Ort: verschafft euch Karten und Zugang zur Infostruktur und folgt zusaätzlich dem Twitter auf twitter.de/antifamd

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Antirassistische Vorabenddemo angemeldet

Nazis sind in Magdeburg sehr präsent, dennoch natürlich nicht das einzige Problem in dieser Gesellschaft. Auch durch staatlichen Rassismus, Abschiebungen und Polizeigewalt werden Menschen gedemütigt und ermordet. Am vergangenen Samstag fand in Dessau eine Gedenkdemo für den 2004 in einer Polizeizelle verbrannten Oury Jalloh statt. Diese wurde unprovoziert massiv von Bullen angegriffen, mehrere Demonstrat_innen wurden verletzt. Der Anmeldet der Demo musste bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert werden. Hier mehr zu dem Übergriff

Aus diesem Grund rufen wir zu einer Demo „Gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus – in Gedenken an Oury Jalloh“ auf. Die Demonstration ist angemeldet und findet Freitag pünkltich 21 Uhr vom Hauptbahnhof Magdeburg aus statt. Die Route führt über den Hasselbachplatz zum Alten Markt. Kommt zahlreich zur Vorabenddemo!

Hier die Terminübersicht:

Donnerstag, 12.1.2012, 18.00 Uhr Raum 2.08 in Gebäude 151 (Brandenburger Str. 9)
Infoveranstaltung zum 14.Januar 2012
Dort gibt es genauere Infos zu den unterschiedlichen Aktionen und zudem die Möglichkeit, sich einer Bezugsgruppe anzuschließen. Autonome Hochschulgruppe Magdeburg

Freitag, 13.1.2012, 18 Uhr, Infoladen
“Warm up“, mit den wichtigsten Infos zum Naziaufmarsch und den Gegenaktivitäten sowie nützlichen Rechtshilfetipps. Zusammen Kämpfen Magdeburg

Freitag, 13.01.2012, 19.30 Uhr Libertäres Zentrum
Letzte Infos zu Blockaden
Einen Abend vor dem Naziaufmarsch gibt’s die letzten Infos zur Naziroute, den Blockade-Konzepten und der Struktur am Samstag. Von hier fahren wir gemeinsam zur Vorabenddemo.
Antifabündnis BlockierenMD

Freitag, 13.01.2012, 21 Uhr Hauptbahnhof Magdeburg
Demonstration gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus.

Samstag, 14. 01.2012

10 Uhr – Hundertwasserhaus – offizieller Blockadetreffpunkt von BlockierenMD
10 Uhr – HauptbahnhofAntifademo von Entschlossen Handeln

21 Uhr – Libertäres Zentrum - Punkkonzert, u.a. mit Feine Sahne Fischfilet // Solikonzi für die Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch

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Übersichtskarte mit Nazi-Route, Treffpunkten und Kundegbungen http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/10/uebersichtskarte-mit-nazi-route-treffpunkten-und-kundegbungen-2/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/10/uebersichtskarte-mit-nazi-route-treffpunkten-und-kundegbungen-2/#comments Tue, 10 Jan 2012 00:35:32 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/10/uebersichtskarte-mit-nazi-route-treffpunkten-und-kundegbungen-2/ Hier unsere Übersichtskarte. Detaillierte Karten mit EA Nummer, allen Treffpunkten & Infonummern am 14. Januar am Infopunkt am Hundertwasserhaus oder bei der Antifademo.

�bersichtskarte

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Artikel von ART.NordThüringen http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/09/artikrel-von-art-nordthueringen/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/09/artikrel-von-art-nordthueringen/#comments Mon, 09 Jan 2012 14:12:14 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/09/artikrel-von-art-nordthueringen/ Dresden is calling – Magdeburg is drowning

Warum es sich immer lohnt ein Zeichen zu setzen

von Lea Stein und Anna Grossmann, für das ART.NordThüringen


bild

Als im Juli 2011 ein trauriges Trüppchen Neonazis durch Nordhausen marschierte war auf einem ihrer Transparente zu lesen: „Die Straße gehört uns.“ Im Juli in Nordhausen entsprach das den Tatsachen. Doch dies dürfte für die gesamte extreme Rechte Deutschlands relativ unbedeutend gewesen sein. Doch in Magdeburg und Dresden stellt sich die Situation anders dar. Beide Städte sind seit vielen Jahren Orte extrem rechten Geschichtsrevisionismus durch organisierte Aufmärsche mit unterschiedlichen Funktionen für die extrem rechte Szene. Nach außen hin geht es um „die Köpfe und Herzen des Volkes“, wie es in zahlreichen Strategiepapieren heißt. Außerdem sollen sie – wie das Beispiel Nordhausen zeigt – eine Machtdemonstration und damit ein deutliches Zeichen an politische Gegner und das verhasste System sein. Doch viel wichtiger als die Außenwirkung sind die Bedeutungen für die Szene selbst. Gerade für das aktionsorientierte Spektrum der extremen Rechten sind Demonstrationen ein Teil des subkulturellen Angebots und dienen damit auch der Stärkung nach innen. Hinzu kommt, dass besonders die Demonstrationen mit hohen Teilnehmerzahlen helfen, die kollektive Identität der extremen Rechten zu stärken. Dies steigert sich durch die für die Szene wichtigen Anlässe oder Daten, an denen die Veranstaltungen durchgeführt werden. Besonders bei den großen Aufmärschen stehen sie meist in Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus und erhöhen für die Szene so den symbolischen Wert. Dies können wie in Dresden geschichtsrevisionistische Aufmärsche eines deutschen Opferkultes sein oder Huldigungen eines NS-Verbrechers wie Rudolf Heß in Wunsiedel.

Seit einiger Zeit finden in der extrem rechten Szene Diskussionen über die Bedeutung dieser Demonstrationen statt und es scheinen sich Veränderungen anzukündigen. In welcher Form ist bisher nicht zu erkennen. Doch gibt es auch in diesem Frühjahr vor allem zwei wichtige neonazistische Aufmärsche: Magdeburg und Dresden. Beide Märsche sind in einem gemeinsamen Veranstaltungsbündnis mit gemeinsamer Internetpräsenz organisiert und werden anscheinend von einem sich überschneidenden Organisationskreis vorbereitet.

Magdeburg is drowning

Zunächst werden Neonazis am 14. Januar in Magdeburg zum Tag der Bombardierung aufmarschieren. Bisher kam der Landeshauptstadt von Sachsen Anhalt in diesem Zusammenhang wenig Aufmerksamkeit zu, obwohl es seit rund zehn Jahren entsprechende neonazistische Aktionen gab, die bis 2005 auf immerhin 1.000 Teilnehmer anstiegen. Nach einem Abfall bis 2010 scheinen sich die Zahlen nun um die 1.000 zu stabilisieren. Trotz vieler engagierter Menschen vor Ort ist man in Magdeburg weit entfernt von einem breiten Protest wie in Dresden. Die letzten Jahre konnten hier Neonazis nahezu ungestört ihre angemeldete Route ablaufen. Durch die herben Niederlagen in Dresden könnte Magdeburg auch zu einem neuen Anlaufort für Neonazis werden, da man hier eine starke Gegenwehr wie in Dresden bisher nicht befürchten muss. Magdeburg und Dresden sind also in vielerlei Hinsicht nicht getrennt voneinander zu sehen: Weder ideologisch, noch organisatorisch. Deshalb heißt es in diesem Jahr auch den Aufmarsch in Magdeburg verstärkt zu beobachten und sich einen Tag für einen Ausflug in die Sachsen-Anhaltinische Hauptstadt frei zu halten. Magdeburg zu Dresden!

Dresden calling

Was die letzten beiden Jahre in Dresden geschafft wurde, ist beeindruckend. Ein breites Bündnis von bis zu 20.000 Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten hat tausende Nazis in die Schranken gewiesen und diesen gezeigt, dass Dresdens Straßen keineswegs ihnen gehören. An diese Leistung muss angeknüpft werden. Trotz oder auch gerade wegen der fragwürdigen Aktionen der Polizei im letzten Jahr sollte sich niemand einschüchtern lassen. Dies macht auch Lothar König, der Jugendpfarrer von Jena, im Mobilisierungsvideo der Gegenveranstaltung deutlich. Das dritte Mal in Folge erwartet die Nazis in Dresden eine Niederlage, die nur möglich sein wird, weil tausende engagierte Bürgerinnen und Bürger auf die Straße gehen, um so ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. Die Grundlage dafür wurde besonders im vergangenen Jahr geschaffen, als sich mehr Dresdner Bürgerinnen und Bürger an den Protesten beteiligten und damit die künstlich aufgebaute Trennung aus dem Vorjahr zurück wiesen. Doch es können nie genug Menschen sein, die sich dieser Ideologie und diesem Geschichtsbild entgegenstellen. Also heißt es einen Monat nach Magdeburg auf nach Dresden, um eine weitere Landeshauptstadt zu besichtigen. Die Bündnisse in Dresden brauchen auch 2012 jede Unterstützung, die sie bekommen können!

How they gonna Come?

Die Niederlage für die Neonazis in Dresden war 2011 unübersehbar. War es im Vorjahr noch etwa 6.000 Rechtsextremen gelungen, wenigstens bis zum Bahnhof Neustadt zu kommen, warteten nun etwa 50 Neonazis frierend auf den Beginn der zentralen Kundgebung am Nürnberger Platz. Am Bahnhof wurden etwa 600 Kameraden mit „Nazis raus“-Rufen empfangen und wurden nach stundenlangem Warten zurück zu den Zügen geleitet. Nur im Stadtteil Plauen konnten sich rund 800 Neonazis versammeln, die ihre Busse schon vorher verlassen hatten und weitestgehend ohne Polizeibegleitung marschieren konnten. Während des Tages konnten sich aber auch rechtsextreme Gruppen frei in der Stadt bewegen und dort Angst und Schrecken verbreiten. So griffen etwa 200 Neonazis unter den Augen der Polizei ein linkes Hausprojekt an und schmissen dort mit Steinen die Scheiben ein. Ebenso wie das dezentrale Vorgehen der Neonazis unter Führung vom damaligen Mitglied des NPD-Bundesvorstandes Thomas Wulff fällt wohl auch die gewalttätige Attacke unter „konsequentes Durchsetzen“, das später in Neonazi-Foren gelobt wird. Dies zeige, „dass wir aus Fehlern des Vorjahres gelernt haben“, heißt es dort. Denn die Verunsicherung der potenziellen Teilnehmer macht die Organisation des Aufmarschs schwer: wer fährt schon gerne durch die Republik, um sich stundenlang die Beine in den Bauch zu stehen. Doch auch der Event-Charakter mit gewalttätigen Übergriffen als Folgen fällt den Organisatoren auf die Füße, denn er steht der gewünschten Form eines „Trauermarschs“ diametral entgegen. Aus diesem Grund steht zu befürchten, dass der bislang problemlos durchgeführte Aufmarsch in Magdeburg in absehbarer Zeit die zentrale Veranstaltung in Dresden ersetzen könnte. Deshalb ist es umso wichtiger, gemeinsam Zeichen gegen Neonazismus, gegen Rassismus und Geschichtsrevisionismus zu setzen! Auf nach Dresden und Magdeburg!

Quelle: http://artnordth.wordpress.com/

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Mobi Material ist aus http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/04/mobi-material-ist-aus/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/04/mobi-material-ist-aus/#comments Wed, 04 Jan 2012 16:58:19 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2012/01/04/mobi-material-ist-aus/ Alles Gute geht zu Ende – bei uns ist es gerade das Mobi-Material, sodass wir die letzten Anfragen nicht mehr bedienen konnten.
Macht nix; bei „Mobistuff“ gibt es PDF-Datein zum seber drucken also D.I.Y.
Nächstes Jahr planen wir dann mehr ein.

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Mobivideo online! http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/12/06/mobivideo-online/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/12/06/mobivideo-online/#comments Tue, 06 Dec 2011 21:40:37 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/12/06/mobivideo-online/

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Mobi hat begonnen! Plakate, Flyer, Infotour http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/11/07/mobi-hat-begonnen-plakate-flyer-infotour/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/11/07/mobi-hat-begonnen-plakate-flyer-infotour/#comments Mon, 07 Nov 2011 13:34:31 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/11/07/mobi-hat-begonnen-plakate-flyer-infotour/ Die Mobi für die Blockaden des Naziaufmarsches hat begonnen. Flyer und Plakate könnt ihr bald bei uns bestellen, anschauen könnt ihr sie euch schon mal hier. Falls ihr selber drucken könnt gibt’s das ganze auch als PDF.

In den kommenden zwei Monaten werden wir Infoveranstaltungen in verschiedenen Städten durchführen; geplant sind Dresden, Berlin, Leipzig, Halle und Braunschweig. Falls ihr Interesse an einer Veranstaltung in eurer Stadt habt, meldet euch unter mobimd@riseup.net . PGP-Code.

Die Banner zum verlinken gibt’s hier.

banner

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Aufruf 2012 ist online! http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/10/06/aufruf-2012-ist-online/ http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/10/06/aufruf-2012-ist-online/#comments Thu, 06 Oct 2011 13:58:01 +0000 Administrator Allgemein http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/2011/10/06/aufruf-2012-ist-online/ 14. Januar 2012: Den Nazis das Trauern beibringen!

In Sachsen-Anhalt gipfeln die vielfältigen neonazistischen Aktivitäten sowie die gesamtgesellschaftlichen Ausprägungen von Rassismus und Nationalismus im jährlichen Aufmarsch von etwa 1000 Neonazis durch Magdeburg. Um den Nazis im Januar die Straße streitig zu machen rufen antifaschistische Gruppen zu Blockaden des zivilen Ungehorsams auf.

Ein jährliches Trauerspiel: Neonazis aus der ganzen Republik marschieren jammernd durch Magdeburg

Seit 1999 meldet eine sogenannte „Initiative gegen das Vergessen“ den rechten Aufmarsch an. Die Neonazis versuchen ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten, indem sie die Opfer des Faschismus mit den TäterInnen auf eine Ebene stellen und die Bombardierung Magdeburgs am 16.01.1945 nicht als Folge des von Deutschland entfachten Zweiten Weltkrieges benennen. Ausgeblendet wird der gesamte historische Kontext: die Verbrechen der Nazidiktatur, die Bombardierung spanischer, englischer und anderer europäischer Städte sowie die massenhafte Vernichtung von Menschen in Konzentrationslagern. In Wirklichkeit beendete die militärische Zerschlagung Nazideutschlands den Krieg und rettete unzähligen Menschen das Leben.

Landtagswahlen verloren, aber das Umfeld entwickelt sich prächtig

Der jährliche „Trauermarsch“ ist leider nur einer von vielen Wegen, auf welchen Neonazis in Magdeburg und Sachsen-Anhalt versuchen, politisches Terrain zu erkämpfen. Die NPD nahm im März 2011 an den Landtagswahlen teil und verkündete diese als „Schicksalswahl für die gesamte nationale Bewegung“. Der knapp verpasste Einzug ins Parlament (mit 4,6% statt den erwarteten 7%) war ein Leberhaken für die dominierende Nazistruktur in Sachsen-Anhalt. Die innerparteilichen Folgen sind neben der hohen Verschuldung auch der personelle Austausch der gesamten Führungsebene des Landesverbandes.
Neben den neonazistischen Gruppen machen auch rechtsoffene Zusammenhänge immer häufiger auf sich aufmerksam. So beispielsweise der als gemeinnützig eingetragene Verein „Child Abuse Fight e.V.“, welcher in inhaltlicher und personeller Überschneidung mit der lokalen Naziszene die Forderung nach der Todesstrafe für „Kinderschänder“ auf die Straße trägt.1 Oder die rechte Hooligan-Gruppe „Adrenalin“, die sich durch Angriffe auf linke Projekte und vermeintliche Antifaschist_innen politisch profiliert.2
Auch die rassistisch motivierten Übergriffe, an welchen häufig Neonazis beteiligt sind, gehören hierzulande zur hässlichen Normalität. Zwischen Januar und August 2011 dokumentierte die Mobile Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt bereits 27 Übergriffe in Sachsen-Anhalt, wobei die Dunkelziffer weit höher liegen dürfte.3

Deutschland und seine Nazis

Inhaltlich ist die neonazistische Ideologie in ihrem Rassismus und Nationalismus durchaus anschlussfähig an gesamtgesellschaftliche Diskurse. In der Bevölkerung der Bundesrepublik ist latenter Rassismus weit verbreitet, was Studien seit vielen Jahren belegen.4 Von staatlicher Seite wird ebendieser Rassismus konsequent umgesetzt, u.a. mit der menschenunwürdigen Behandlung von Flüchtlingen, repressiven Gesetzen gegen Nicht-Deutsche und racial profiling bei Polizeikontrollen.5
Patriotismus, Nationalismus und die Identifikation mit dem nationalen Kollektiv Deutschland gedeihen unter fleißiger Pflege von Parteien und Zivilgesellschaft. Unter anderem führte dies bei der WM 2010 auch in Magdeburg zu nationalistischen Ausschreitungen deutscher Fußballfans.6

Let’s block them hard!

Wir als Antifaschisten und Antifaschistinnen wollen den Aufmarsch effektiv stören und wenn möglich verhindern. Unsere Mittel sind Blockaden des zivilen Ungehorsams, auf welchen wir uns mit möglichst vielen Beteiligten den Neonazis entschlossen entgegenstellen werden.
Im vergangenen Jahr konnte die Aufmarsch-Route an mehreren Stellen kurzzeitig blockiert werden. Die Erfahrungen aus Städten wir Dresden und Leipzig zeigen, dass es mit mehr Menschen durchaus machbar ist, Naziaufmärsche erfolgreich zu verhindern.
Von unseren Blockaden am 14. Januar soll keine Eskalation ausgehen.

Unsere Solidarität gilt all jenen, die an diesem Tag mit uns oder auf anderen Wegen versuchen, den
Naziaufmarsch zu verhindern. Von stationären Protestmeilen, Bratwurst-Antifaschismus und Bühnenprogrammen mit Polizeiorchestern halten wir dagegen rein gar nichts.7

Den Nazis das Trauern beibringen!

Wir werden frühzeitig Informationen zu den Blockadetreffpunkten, der Infostruktur am 14. Januar
sowie allen weiteren relevanten Punkten auf der Seite blockierenmd.tk veröffentlichen.

Informiert euch, organisiert eine gemeinsame Anreise und unterstützt uns bei den Blockaden des Naziaufmarsches am 14. Januar 2012.

Autonome Medien und Aktionen [AMUA]
Arbeitskreis-Antifa Magdeburg [AK ANTIFA]
Autonome Hochschulgruppe [AHG]
Jugendantifa Magdeburg [JAM]

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