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Antirepressions-konzert

Am 22.02. findet im Zenit (Stendal) ein Antirepressionskonzert statt, das eingenommene Geld fließt in die Arbeit gegen den Naziaufmarsch am 14. Januar in Magdeburg und soll den menschen zu gute kommen die am Tag selber von Repression betroffen waren und noch sind.
Punkrock-soli-konzert
Zenit (Stendal) // 22.02.2012
Einlass: 20:00 UHR // Beginn: 21.00 UHR // Eintritt 5€
Es spielen Atrophy, Blutiger Osten und Banal.

zenitkonzert

Auswertung der Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch am 14. Januar 2012

// Antirassistische Vorabenddemo // Dynamischer Antifa-Aktionstag // 1200 Nazis marschieren // mehrere Sitzblockaden verzögern den Aufmarsch // 700 bis 1000 Menschen beteiligen sich an Blockadeversuchen // 25 Ingewahrsamnahmen // Nazis mit Pyrotechnik & Steinen angegriffen //Antifasponti durch die Innenstadt // Nach den Protesten: massiver Polizeieinsatz gegen den Infoladen in der Puschkinstraße bis in die Morgenstunden //

Nach einem turbolenten Wochenende wollen wir eine erste Auswertung wagen. Zuerst ein dickes Dankeschön an alle angereisten Antifaschist_innen welche mit uns die Nazis blockiert und gestört haben: ihr wart klasse! Unser Dank gilt sowohl den befreundeten Gruppen und Strukturen aus anderen Städten, die uns bei der Organisierung der Proteste unterstützt haben, als auch den Fotograph_innen und Filmpiraten vor Ort. Unserer Sicht nach hat der Aufmarsch dieses Jahr die überregionale Aufmerksamkeit bekommen, die bei 1200 Neonazis angebracht ist.
 
Vorabenddemo: „Gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus. In Gedenken an Oury Jalloh.“
Das Wochenende startete bereits Freitag Abend mit einer lautstarken Vorbanddemo durch die Magdeburger Innenstadt. Gegen 21 Uhr thematisierten 150 Leute mit Flyern & Transpis die Polizeigewaltorgie vom 7. Januar in Dessau und riefen zur Blockade des Naziaufmarsches auf. Die Demo endete mit Pyrotechnik & ohne Bullenstress.
In der Nacht zum Samstag gab es keine nennenswerten Naziaktivitäten.
 
14. Januar: Polizeistadt Magdeburg
Schon am frühen Morgen war abzusehen, dass die Bedingungen für Blockaden und andere Aktionen denkbar schlecht sein würden: zwei Hauptverkehrsstraßen als Aufmarschroute, beidseitig abgesperrt mit Hamburger Gittern und bewacht von etwa 2000 Bullen. Dazu noch Pufferzonen an den meisten Routenabschnitten, sodass zumeist zwei Reihen Gitter und Bullen überwunden werden mussten um auf die Route zu gelangen.
Dennoch gab es eine ganze Reihe erfolgreicher antifaschistischer Interventionen.
 
Blockaden & andere Aktionen
Schon die Auftaktkundgebung der Nazis wurde akkustisch stark gestört: zum einen durch wiederholtes Glockengeläut aus der angrenzenden Kirche, zum anderen durch Sirenen welche in den Bäumen des Nicolaiplatzes versteckt waren. Die Nazis verzichteten auf längere Reden und spielten Wagner in Dauerschleife: Lärm gegen Lärm.

Die antifaschistische Demo von Entschlossen Handeln, welche sich um 10 Uhr am Hauptbahnhof traf, wurde aus taktischen Gründen vor Ort abgesagt. Die anwesenden Leute wurden mit Karten & Infos zu den Blockadetreffpunkten versorgt.
 
Der Naziaufmarsch startete eine Stunde verspätet um 13.30 Uhr. Nach etwa 20 Minuten stand er dann wieder: auf der Route hatten sich drei Sitzblockaden mit jeweils 20 bis 30 Leuten gebildet. Am auffälligsten war die Sitzblockade auf Höhe Neustädter Bahnhof, welche von Menschen in KZ-Häftlingskostümen durchgeführt wurde. Die Aktion hatte eine starke symbolische Wirkmacht gegen den Geschichtsrevisionismus der Nazis.
Ambivalenz des Tages: während Blockaderversuche mit massiver Polizeigewalt zurück geschlagen wurden, konnten Leute, die es auf die Route schafften, dort auch erst mal bleiben.
Die Nazis mussten eine Stunde in ihrer Formation warten.
 
Zwischen 14 und 15 Uhr versuchten immer wieder hunderte Antifaschist_innen die Route zu erreichen und die Sitzblockaden zu unterstützen. Dabei kam es zu dynamischen Aktionen am Nordpark und kleinen Feuern auf dem Unicampus. Die Situation war für die Bullen nicht kontrollierbar, sie wirkten überfordert und unkoordiniert.
 
Nach der Räumung der Sitzblockaden konnten die Nazis weiter laufen. Vor dem Campus Tower am Uniplatz wurde der antifaschistische Protest dann für die Nazis spürbar: Pyrotechnik, Rauchbomben und andere Sachen flogen auf die ersten Reihen des Aufmarsches. Bei denen gab es große Augen und kleinere Verletzungen. Trauernd zogen sie vorüber.

Antifasponti
Nachdem der Aufmarsch gegen 16.30 Uhr seinen Wendepunkt an der Oberfinanzdirektion erreicht hatte und die Nazis zurück zum Neustädter Bahnhof liefen, wurden die Blockaderversuche eingestellt und zu einer unangemeldeten Sponti mobilisiert. Diese führte lautstark und ohne Bullenbegleitung mit 300 Leuten zum Hauptbahnhof und löste sich dort ohne Stress auf.
 
Polizeieinsatz gegen den Infoladen
Nach den Protesten wurden Antifaschist_innen auf ihrem Weg zum Infoladen in der Alexander-Puschkinstraße angegriffen. Nach kurzer aber erheblicher Gegenwehr zogen sich die Leute in den Laden zurück. Was folgte war ein etwa neunstündiger Polizeieinsatz: geschätzte drei Hundertschaften riegelten die Puschkinstraße ab und nahmen letztendlich die Personalien der sich im Haus befindenden Personen auf. Pressemitteilung von Zusammen Kämpfen
Andere Gruppen und Strukturen verhielten sich solidarisch mit den betroffenen Antifaschist_innen. BlockierenMD rief per Twitter auf den Infoladen von außen zu unterstützen, das Libertäre Zentrum sagte das geplante Aftershow-Konzert ab und brachte Solitrantsparente am Haus an.
 
Fazit
Die Teilnehmerzahl des jährlichen „Trauermarsches“ in Magdeburg nimmt konstant zu: der Aufmarsch am Samstag war mit 1200 Nazis der bisher größte seiner Art. Konstante antifaschistische Aktionen konnten den Naziaufmarsch stark stören und das geplante „würdige Gedenken“ vermiesen.
 
Die Zahl der anwesenden Antifaschist_innen ist schwer zu schätzen, da es immer parallel zu einander stattfindende Demos, Kundgebungen und Blockadeversuche gab. Gerade diese Diversität von geplanten und spontanen Aktionen brachte eine Dynamik an den Tag die uns beeindruckt hat: es waren die größten Januarproteste seit 2005. Massenblockaden waren durchaus möglich, wurden jedoch von einem massiven Polizeiaufgebot verhindert.
Die Kommunikationsstruktur hat gut funktioniert und immer wieder Leute für Blockadeversuche zusammengebracht. Für das nächste Mal nehmen wir uns vor, die Infostruktur technisch noch sicherer für alle Beteiligten zu gestalten.

Zuletzt bleibt uns zu sagen, dass alle beteiligten Blockadebündnisse sich auf der Straße solidarisch zu einander verhalten haben. Von „Zusammen Kämpfen“ bis „Nazis? Kannste knicken!“ haben sich alle Gruppen auf ein gemeinsames Ziel konzentriert: die Blockade des Naziaufmarsches. Der 14. Januar stimmt uns optimistisch für zukünftige antifaschistische Großereignisse in Magdeburg.
 
Vielen Dank für den dynamischen Tag – wir sehen uns in Dresden!
 
 
BlockierenMD am 15.01.2012

Video: Filmpiraten vermitteln erste Eindrücke vom Naziaufmarsch // Auswertung folgt

filmpiraten

kraftvolle Vorabenddemo // Naziroute mit Hamburger Gittern abgesperrt // folgt dem Twitter // Zugang zur Kundgebung vor der jüdischen Gemeinde über Straßen Richtung Elbe

Am Vorabend zum Naziaufmarsch führten 150 Leute eine lautstarke antirassistische Demo durch die Magdeburger Innenstadt durch. Am Rande wurden Flyer zum Dessauer Übergriff auf die 7. Oury Jalloh Gedenkdemo verteilt und die Mensch aufgerufen, an den Blockaden des Naziaufmarsches teilzunehmen. Die Bullen hielten sich sehr zurück, der größte Teil der eingesetzten Hundertschaften parkte außer Sichtweite. Es gab ein wenig Pyrotechnik und keine Festnahmen.

Die Aufmarschroute der Nazis wurde im Laufe des Abends mit Hamburger Gittern abgesperrt. Wir erwaten dennoch entschlossene Blockaden von allen mobilisierenden Bündnissen.

Der Zugang zur Kundgebung am Neustädter Bahnhof „Jüdisches Leben in Magdeburg bewahren“ wird laut „Kannste knicken!“ nur über „Pfälzer Straße, Hohe Pforte Straße oder andere in Richtung Elbe
liegende Straßen“
möglich sein, d.h. die Kundgebung wird wahrscheinlich von der Innenstadt direkt (z.Bsp. mit der Linie 10) nicht erreichbar sein.

Am Samstag vor Ort: verschafft euch Karten und Zugang zur Infostruktur und folgt zusaätzlich dem Twitter auf twitter.de/antifamd

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Antirassistische Vorabenddemo angemeldet

Nazis sind in Magdeburg sehr präsent, dennoch natürlich nicht das einzige Problem in dieser Gesellschaft. Auch durch staatlichen Rassismus, Abschiebungen und Polizeigewalt werden Menschen gedemütigt und ermordet. Am vergangenen Samstag fand in Dessau eine Gedenkdemo für den 2004 in einer Polizeizelle verbrannten Oury Jalloh statt. Diese wurde unprovoziert massiv von Bullen angegriffen, mehrere Demonstrat_innen wurden verletzt. Der Anmeldet der Demo musste bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert werden. Hier mehr zu dem Übergriff

Aus diesem Grund rufen wir zu einer Demo „Gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus – in Gedenken an Oury Jalloh“ auf. Die Demonstration ist angemeldet und findet Freitag pünkltich 21 Uhr vom Hauptbahnhof Magdeburg aus statt. Die Route führt über den Hasselbachplatz zum Alten Markt. Kommt zahlreich zur Vorabenddemo!

Hier die Terminübersicht:

Donnerstag, 12.1.2012, 18.00 Uhr Raum 2.08 in Gebäude 151 (Brandenburger Str. 9)
Infoveranstaltung zum 14.Januar 2012
Dort gibt es genauere Infos zu den unterschiedlichen Aktionen und zudem die Möglichkeit, sich einer Bezugsgruppe anzuschließen. Autonome Hochschulgruppe Magdeburg

Freitag, 13.1.2012, 18 Uhr, Infoladen
“Warm up“, mit den wichtigsten Infos zum Naziaufmarsch und den Gegenaktivitäten sowie nützlichen Rechtshilfetipps. Zusammen Kämpfen Magdeburg

Freitag, 13.01.2012, 19.30 Uhr Libertäres Zentrum
Letzte Infos zu Blockaden
Einen Abend vor dem Naziaufmarsch gibt’s die letzten Infos zur Naziroute, den Blockade-Konzepten und der Struktur am Samstag. Von hier fahren wir gemeinsam zur Vorabenddemo.
Antifabündnis BlockierenMD

Freitag, 13.01.2012, 21 Uhr Hauptbahnhof Magdeburg
Demonstration gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus.

Samstag, 14. 01.2012

10 Uhr – Hundertwasserhaus – offizieller Blockadetreffpunkt von BlockierenMD
10 Uhr – HauptbahnhofAntifademo von Entschlossen Handeln

21 Uhr – Libertäres Zentrum - Punkkonzert, u.a. mit Feine Sahne Fischfilet // Solikonzi für die Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch

Übersichtskarte mit Nazi-Route, Treffpunkten und Kundegbungen

Hier unsere Übersichtskarte. Detaillierte Karten mit EA Nummer, allen Treffpunkten & Infonummern am 14. Januar am Infopunkt am Hundertwasserhaus oder bei der Antifademo.

�bersichtskarte